30. Mai 2005 - PR 43/2005
Mehr als 170 DVB-T-Gerätetypen auf dem Markt – Analoges Fernsehen in Europa soll 2012 abgeschaltet werden
Frankfurt am Main, 30. Mai 2005 – Mehr als 6 Millionen Menschen können in den Großräumen München und Nürnberg ab sofort das digitale Antennenfernsehen DVB-T empfangen. „Der Wechsel auf diese moderne Technologie in Bayern ist ein weiterer wichtiger Schritt bei der flächendeckenden Digitalisierung von Hörfunk und Fernsehen“, erklärte Hans-Joachim Kamp, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbandes Consumer Electronics. Der ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie verfolgt dieses Ziel im Rahmen einer breit angelegten Initiative.
Mit der Umstellung auf DVB-T hat der Fernsehzuschauer die Wahl unter bis zu 24 Programmen. Und das nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs, auf tragbaren Geräten oder im Auto. Zudem bietet DVB-T, das unter der Marke „DasÜberallFernsehen“ eingeführt wird, eine deutlich bessere Bildqualität. „Die Industrie hat sich konsequent auf die neue Technologie eingestellt“, so Kamp. „Mehr als 70 Hersteller haben in den letzten beiden Jahren über 170 DVB-T-Geräte auf den Markt gebracht.“
Nach dem Start in Berlin am 1. November 2002 und der Einführung der TV-Digitalisierung in den Ballungsräumen Nord- und Westdeutschlands, sowie im Rhein-Main-Gebiet wird nach Bayern im November auch Mitteldeutschland von der neuen Empfangs-Technologie profitieren. Rund 46 Millionen Menschen, also mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung, kann dann über Dach- oder Zimmerantenne das neue terrestrische Digital-Fernsehen empfangen.
Das Tempo bei der Einführung ist dem ZVEI zufolge auch notwendig: Deutschland muss große Schritte machen, will es auf dem Weg zur Digitalisierung Europas nicht ins Abseits geraten. Die für Informationsgesellschaft und Neue Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding plant, Anfang 2012 den analogen Rundfunk in Europa abzuschalten. Deutschland hat sich zwar im Rahmen seiner Initiative Digitaler Rundfunk (IDR) zum Ziel gesetzt, die Umstellung auf digitales Fernsehen und Radio bis 2010 bzw. 2015 zu schaffen. In den Regionen geht es allerdings mit der Umstellung nicht schnell genug voran. Vor allem im Bereich Digital Radio gibt es großen Nachholbedarf, obwohl die Endgeräte dafür zur Verfügung stehen.
Die ZVEI-Digitalisierungsinitiative für Rundfunk und Fernsehen in Deutschland ist ein wesentlicher Bestandteil des Aktions-Programms "Mut zum Wandel lohnt sich". Der Verband der zweitgrößten Industriebranche in Deutschland will damit die Innovations-, Wachstums- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken. Der Aufbau von High-Tech-Infrastrukturen, zum Beispiel das digitale Fernsehen und Radio, spiele dabei eine wesentliche Rolle. Kamp: Mit diesen innovativen Technologien kann Wachstum erzeugt und Deutschland im internationalen Vergleich wieder nach vorne gebracht werden.“
Hinweis für die Redaktionen:
DVB-T = Digital Video Broadcasting Terrestrial wurde als das digitale Nachfolgesystem des analog-terrestrischen Fernsehens entwickelt.